Miekes Thüringenrundfahrt

Jaja, Thüringen … wieso geht es da eigentlich nur hoch oder runter?

Diese Frage stellte ich mir in der letzten Woche unzählige Male. Ich fuhr nämlich die Internationale Thüringenrundfahrt der Frauen mit. Die Crème de la Crème des Frauenradsports war da am Start  …und unter den ganzen Profifrauen drei kleine Juniorinnen, die sich im Nationaltrikot unter die Truppe gemischt hatten: Lisa Fischer, Lisa Küllmer, und ich.

Der Prolog, in der Stadt der Plattenbauten, Jena, war ein Mannschaftszeitfahren über nur knapp vier Kilometer mit insgesamt acht kratzigen Kurven und einer kleinen Rampe, die es in sich hatte. Wir fuhren die siebtbeste Zeit … ein zufriedenstellendes Ergebnis an meinem Geburtstag.

Die erste richtige Etappe war gleich mal 126 Kilometer lang … ich glaub, diese Distanz bin ich das letzte mal im Trainingslager gefahren … das war im März. Und so nahm der Lauf seine Dinge … nach 50 Kilometern platzte ich schon gleich mal aus dem Hauptfeld raus … konnte mich mit der Lisa Küllmer aber wieder rankämpfen. Bis zur ersten Zieldurchfahrt konnten wir uns noch grad so am letzten Zipfel vom Hauptfeld halten, dann kam das Kopfsteinpflaster der Zielgeraden und wir machten für die letzten acht Kilometer ein schönes Grupetto auf. Fix und alle kamen wir dann auch mal an. Das war mein vorerst längstes Radrennen, was ich bis dahin gefahren bin.

Die 110 Kilometer am nächsten Etappentag kamen uns schon etwas humaner vor, hart war es trotzdem … in Greiz wartete direkt nach dem Start ein schöner Berg auf uns. Wir freuten uns, dass der Berg das erste mal neutralisiert erklommen werden musste … langsam und einfach war die Fahrt da hoch aber trotzdem nicht. Genauso wenig langsam, wie das Rennen an sich, doch ich konnte mich ganz gut im Feld halten, bis zum Kilometer 80. Da mussten wir diesen riesen Brocken vom Start noch mal hoch. Lisa Fischer und ich versuchten erst gar nicht im Feld mitzuhalten, stattdessen bildeten wir wieder ein vierköpfiges Grüppchen, das allein sein Glück versuchte, selbst im Grupetto taten die letzten 30 Kilometer nur noch weh … was tat ich mir da nur an?!

Als Juniorin denke ich vor Bundesligarennen immer, wie ich am besten einen vorderen Platz belegen könnte … am Abend vor der dritten Etappe dachte ich mir nur, wie ich bloß nicht aus der Karenzzeit fliege. Am Mittwoch warteten planmäßig nämlich 137 Kilometer auf uns – doch dann kam eine gaaaanz schlimme Nachricht … sieben Kilometer Verlängerung, wegen einer Umleitung … Plus Neutralisation also knapp 150 Kilometer im Sattel. Tja, diese Zahl lasse ich mal so stehen. Aaaah, 150 Kilometer … und das als Radrennen, nur hoch und runter … wäre ich doch bloß Schachspielerin geworden!

Weiter zu Teil 2 …


Ein Gedanke zu „Miekes Thüringenrundfahrt

  1. Ja so ist das, wenn man in eine Stadt „nur“ zum Radrennen kommt. Da wird Jena zur Stadt der Plattenbauten. Dabei hat’s da so eine hübsche historische Innenstadt *grins*
    Aber als Schachspielerin würde es Dir vemutlich nicht anders gehen! Dann würde ich hier allerdings nicht lesen. Sehr schön geschrieben, bin schon auf den 2. Teil gespannt.
    Liebe Grüße aus der Tieflandbucht (kein hoch und runter hier!)

    Gertje

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