EM Zeitfahren

Mittlerweile sind ein paar Tage vergangen und langsam aber sicher habe ich realisiert, dass ich letzten Donnerstag tatsächlich U23-Europameisterin im Zeitfahren geworden bin.

Schon früh morgens mussten wir Zeitfahrerinnen raus, Lisa Fischer um 5:00 Uhr, Corinna kurz danach und ich um 6:00 Uhr … vor dem Frühstück wollten wir alle unseren Kreislauf auf der Rolle etwas auf Schwung bringen.

Schon um 9:15 Uhr erfolgte der erste Start durch Fischi (Lisa). Es war kalt, nass und naja …früh halt. Corinna startete um 9:24 Uhr. Ich startete als Fischi schon wieder im Ziel war, um 10:05 Uhr. Jetzt war es kalt, nass und nicht mehr ganz so früh.

Kurz nach dem Start ging es links ab und direkt hoch. Sowieso ging es im Großen und Ganzen nur hoch. Bis auf die Abfahrt, da ging es runter … allerdings konnte man dort auf regennasser Fahrbahn, gespickt mit leuchtend gelben Zebrastreifen und viel zu vielen Gullideckeln, nur Zeit verlieren, anstatt gut machen.

IMG_2713Physikalische Gesetzmäßigkeiten sind kompliziert, in Physik war ich nie gut und deshalb kann ich diese auch nicht so einfach außer Kraft setzen.

Also musste ich mich wohl mit dem Berg anfreunden und einfach schneller drüber fahren als alle anderen … hat ja auch geklappt.

Als ich im Ziel war, war ich nass, mir war warm und mit meinen Beinen war nichts mehr anzufangen. Hat sich aber gelohnt … Bestzeit.

Auf dem Weg zum heißen Stuhl wurde mir kalt … ich zog mich also um und im Nu stand auch schon fest, dass keine andere Fahrerin schneller war als ich …a m Ende saß ich nicht eine Minute auf dem heißen Stuhl, sondern wurde direkt zur Siegerehrung gescheucht. Danach noch ein Interview und danach Dopingkontrolle. Am Abend flog ich nach Berlin und um 0:30 Uhr lag ich in Frankfurt an der Oder im Bett. Morgens wurde ich von dem wunderbaren Lärm der Stendaler Straße geweckt, ging frühstücken, wurde natürlich von den anderen Mädels begrüßt und beglückwünscht. Um 10:00 Uhr packte ich mein Rad aus und kullerte etwas an der Oder entlang…24 Stunden nach dem Zeitfahren begann ich endlich zu realisieren, was ich da geschafft hatte. Ein schönes Gefühl …

Foto: Dave Riedberg

Mehr zur Europameisterschaft im Zeitfahren hier

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